Heike Mareck ist Anwältin. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Beratung, Vertragsgestaltung und Vertretung auf dem Gebiet des IT-, Medien-, Datenschutz- und Arbeitsrechts. Als externe Datenschutzbeauftragte betreut sie zahlreiche Unternehmen. Daneben ist sie als Referentin sowie als Interviewpartnerin und (Gast-)Autorin sehr gefragt und steht für alle diese Tätigkeiten gern zur Verfügung.

Auf Urlaubsreise mit Notebook, Handy und Geschäftsunterlagen

10-Punkte-Checkliste

Die Urlaubsreisezeit beginnt – und damit starten zahlreiche Berufstätige in ihren Urlaub. Leider geht das nicht immer ohne Geschäfts-Notebook oder-Handy sowie wichtigen Geschäftsunterlagen, die irgendwie noch mitmüssen. Nachfolgend eine Checkliste mit zehn Punkten zu wichtigen Telefonnummern und E-Mail-Adressen, falls doch etwas verloren geht.

1.  Vor Reisebeginn: Blickschutzfilter für Ihr Notebook

In der Bahn, am Flughafen, im Café oder Restaurant, im Hotelzimmer oder auf Hotspots an öffentlichen Plätzen: Alle diese „Räume“ werden gern als mobiler Arbeitsplatz genutzt. Neugierige Blicke auf den Bildschirm oder geschäftliche Unterlagen werden dabei häufig nicht wahrgenommen. Visual Hacking ist ein ernstes Datenschutzproblem, weil Mitreisende oder andere neugierige Mitmenschen ungehindert Kenntnis von sehr sensiblen Daten erlangen können. Verwenden Sie einen Blickschutzfilter, der den Blick von der Seite aus auf Ihren Bildschirm unmöglich macht. In der Regel wird das unerwünschte Mitlesen bereits bei ca. 30 Grad wirkungsvoll unterbunden.

2.  Daten kopieren

Vor Reiseantritt sollten Sie digitale Kopien und Hardkopien aller Ihrer Ausweis- und Reisedokumente erstellen. Dies gilt auch für Kreditkarte, Impfausweis, Blutgruppennachweis sowie Dokumente über Vorerkrankungen oder sonstige medizinische Hinweise. Sollten Sie Medikamente regelmäßig einnehmen, nehmen Sie die Beschreibungen mit (am besten auch gleich auf Englisch).

3.  Bei Reisen in Risikogebieten

Bei Urlaub in Risikoländern gilt: Melden Sie sich zügig bei der EU-Vertretung, Ihrer Botschaft bzw. Ihrem Konsulat und registrieren Sie sich dort. Geben Sie dort Details zu Ihrer Reise an und hinterlegen Sie Kontaktdaten zur schnellen Erreichbarkeit.

4.  Wenn Sie eine feste Destination haben: Ärzte heraussuchen

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen oder unter chronischen Krankheiten leiden, können Sie sich bereits vor Reiseantritt Ärzte heraussuchen, die Ihnen vor Ort behilflich sind.

5.  Telefonnummern zur Sperrung von Karten

Zur Sperrung der meisten Bank- und Kreditkarten im In- und Ausland gibt es eine bundesweite 24-Stunden-Notfallnummer: +49 116 116. Diese ist in Deutschland gebührenfrei. Wenn Sie im Ausland sind, können Sie folgende Nummer wählen: +49 30 4050 4050.

Sie können auch Ihre Karten direkt bei Ihrem Anbieter sperren lassen. Nachfolgend einige wichtige Telefonnummern:

  • Mastercard: 0800 819 1040 (kostenfrei), aus dem Ausland: +1 636 722 7111 (innerhalb USA +1 800 627 83 72)
  • Visa: 0800 811 8440 (kostenfrei), aus dem Ausland: +1 303 967 1096 (R-Gespräch)
  • American Express International: +49 69 97 97 2000
  • Diners Club International: +49 69 900 150-135 oder -136.

6.  Sperrung der EC-Karte

Bei der Sperrung Ihrer EC-Karte stehen Ihnen (häufig neben 116 116) folgende Nummern zur Verfügung:

  • In/Aus Deutschland: 01805 021 021
  • Aus dem Ausland: +49 1805 021 021 (kostenpflichtig)

7.  Verlust von Reisechecks

American Express Reisechecks können Sie rund um die Uhr unter folgender Nummer sperren lassen: 0800 101 2362.

8.  Diebstahl oder Verlust der SIM-Card Ihres Mobiltelefons

Nachfolgend eine Auswahl von Telefonnummer der Kundencenter zwecks Sperrung Ihrer SIM-Karte:

  • Vodafone: Kostenlos aus dem deutschen Vodafone-Netz unter 1212. Kostenlos aus allen anderen deutschen Netzen unter 0800 172 1212 oder aus dem Ausland: +49 172 12 172 12. Halten Sie Ihre Handy-Nummer und Ihr Kunden- oder Teilnehmer-Kennwort bereit
  • Telekom: Kostenfreie Service-Hotline +49 (0)800 3 302202 oder Kurzwahl 2202 bei einem Telekom-Handy
  • e-plus: +49 177 1771150
  • O2: 0176 888 55 222 (Vertrag) oder 0176 888 55 282 (Prepaid)
  • Mobilcom-debitel: 040 5555 41 200
  • 1&1: 0721 9600

Alternativ steht Ihnen auch die Sperr-Hotline unter der Service-Nummer 116 116 zur Verfügung. Vorausgesetzt, der Provider nimmt auch an der Sperr-Hotline teil. Dieses können Sie unter https://www.sperr-notruf.de/teilnehmer-finder herausfinden. Der Sperr-Notruf ist täglich 24 Stunden lang erreichbar. Über die Hotline werden Sie zu Ihrem Mobilfunkanbieter weitergeleitet.

9.  Kontakt zum Auswärtigen Amt

Hier haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Das Auswärtige Amt erreichen Sie wie folgt: +49 30 1817 0. Dies ist eine 24-Stunden-Hotline.
  • Oder unter dem Bürgerservice +49 30 18170.
  • Oder Sie schreiben eine E-Mail an: buergerservice@diplo.de.

10.  Meldung an die/den Datenschutzbeauftragte(n)

Werden Sie ausgeraubt oder bestohlen, sollten Sie neben der Strafanzeige auch sofort Ihre Versicherung kontaktieren. Schreiben Sie sich vorher die Kontaktdaten heraus (nicht nur in das Handy!!! Falls dieses gestohlen wird).

Was viele allerdings vergessen, ist die sofortige Kontaktaufnahme mit Ihrem/Ihrer Datenschutzbeauftragten, wenn auch Geschäftsdaten betroffen sind. Sollte es sich um eine bei der zuständigen Aufsichtsbehörde meldepflichtigen Datenpanne handeln, haben Sie und Ihre/Ihr Datenschutzbeauftragte(r) nur 72 Stunden Zeit, diese zu melden. In jedem Fall sollten Sie daher unverzüglich diese(n) kontaktieren oder jemanden in Ihrem Unternehmen beauftragen, dieses umgehend zu tun.

Stand: Juni 2021

Die Checkliste zum Download für Sie

10-Punkte-Checkliste

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