Heike Mareck ist Anwältin. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Beratung, Vertragsgestaltung und Vertretung auf dem Gebiet des IT-, Medien-, Datenschutz- und Arbeitsrechts. Als externe Datenschutzbeauftragte betreut sie zahlreiche Unternehmen. Daneben ist sie als Referentin sowie als Interviewpartnerin und (Gast-)Autorin sehr gefragt und steht für alle diese Tätigkeiten gern zur Verfügung.

Clubhouse

5 Fragen und 1 Tipp für alle, die noch nicht so im Thema sind

Ja, mittlerweile kennt sie fast jeder oder zumindest „hat man etwas von ihr gehört“: Die App „Clubhouse“. Doch was kann die App, was läuft eigentlich so im Hintergrund ab? Stiftung Warentest hat sich das mal genau angesehen. Nachfolgend einige Fakten für alle, die derzeit noch nicht so im Thema sind:

1.       Wer und was steckt hinter „Clubhouse“?

Clubhouse ist eine Audio-basierte App. Sie gibt es bereits seit 2020, seit Mitte Januar 2021 ist sie in Deutschland „hypemäßig“ angekommen. Hersteller ist das Softwareunternehmen Alpha Exploration Co., mit Sitz in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah.

2.       Warum will sie jeder?

Man kann nur mit einer Einladung der Clubhouse-Gemeinschaft beitreten. Zudem ist der Social-Media-Dienst bisher nur mit Geräten von Apple nutzbar. Die Folge: ein echter Hype. Die bisweilen sehr raren Einladungen für die App wurden sogar auf Online-Plattformen wie Ebay für viel Geld angeboten. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem Prominenten in einem Chat zu sein, äußerst attraktiv und gar nicht so unwahrscheinlich. So kann es sein, dass man in einem Chatraum mit Thomas Gottschalk oder Joko Winterscheidt sitzt.

3.       Was kann sie?

Herzstück von Clubhouse sind die verschiedenen Chaträume, denen der Nutzer/die Nutzerin beitreten kann. Hier kann man sich unterhalten, an – durchaus spannenden – Diskussionsrunden teilnehmen oder sich diese einfach nur anhören. Bei den NutzerInnen unterschiedet die App zwischen Moderatoren, aktiven Sprechern und stillen Zuhörern. Für unterschiedliche Themen gibt es verschiedene Rooms – entsprechend der jeweiligen Interessen.

Prinzipiell kann jeder Clubhouse-NutzerIn neue Räume erstellen und als ModeratorIn den Raum entweder für alle NutzerInnen von Clubhouse zugänglich machen oder den Raum auf NutzerInnen beschränken, die den Moderatoren folgen oder sogar Einladungen an ausgewählte Personen versenden.

4.       Welche Daten werden gesammelt?

Laut Stiftung Warentest (https://www.test.de/Clubhouse-im-Datenschutz-Check-Gehypte-Chat-App-plaudert-Nutzerdaten-aus-5713421-0/) erfasst die App das Handymodell, den Mobilfunkanbieter des/der NutzerIn, in welchem Chatroom man war, wie lange man sich dort aufgehalten hat, und wann und wie lange man die App verwendet hat.

Daher verlangte Anfang Februar 2021 der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit von den Betreibern der Clubhouse-App Auskunft über den Schutz der Privatsphäre (https://datenschutz-hamburg.de/pressemitteilungen/2021/02/2021-02-02-clubhouse).

5.       Was passiert mit den gesammelten Daten?

Na, was wohl? Es werden Daten intern und extern weitergeleitet: an den Server der App, an Apple und andere Dienstleister, sagt die Verbraucher-Organisation. So sollen laut Stiftung Warentest auch zwei weitere IT-Firmen aus den USA Daten von Alpha Exploration erhalten. Zum einen Data Theorem, eine Firma für IT-Sicherheit. Zum anderen mit Amplitude eine Firma, die sich auf Datenanalyse spezialisiert hat und die Daten für Werbezwecke auswertet.

Auch soll der Hersteller wohl alle Gespräche mitschneiden und temporär speichern. Laut Alpha Exploration, um die Einhaltung der Nutzungsbedingungen zu gewährleisten.

Stiftung Warentest monierte gleich mehrere Verstöße gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO):

  • Datenschutzerklärung nur auf englisch
  • Kein Datenschutzbeauftragter benannt
  • Kein Impressum auf der Website des Anbieters der App
  • Keine ausreichende Rechte der Nutzer

 

Ein Tipp zum Schluss

Lädt der Nutzer/die Nutzerin Freunde ein, greift die App auch auf das Adressbuch zu. Laut Stiftung Warentest wird aber nicht das komplette Adressbuch übertragen, sondern Telefonnummer und Name desjenigen, der eingeladen werden soll, erfasst.

Tipp von Stiftung Wartentest: Vorher um Einwilligung bitten!!!

Mein Fazit zum Schluss:

Das Format ist interessant, es bleibt daher spannend, wie sich Clubhouse jetzt positioniert. Um Nachbesserungen wird man wohl nicht herum kommen. Genießt daher jetzt als Nutzer/Nutzerin die App mit Vorsicht!

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